Dienstag, 27. August 2013

Kick-Ass 2 [2013]



Im Jahr 2010 schlug der Vorgänger „Kick Ass“ ein wie eine Bombe. Äußerlich war er eine Teeniekomödie im Superhelden-Anzug, doch innerlich bot „Kick Ass“ auch genügend Gründe, sein ahnungsloses Publikum zu schockieren. Harte Kampfszenen und viel Blut bot der Film in den rasanten Szenen, die wohl jeden überraschten. Auch ich hatte mir den Film eher ahnungslos angesehen, und als die grandiosen Kampfszenen und die Demaskierung von Kick Ass gezeigt wurden, war ich einfach hin und weg. Der Vorgänger war ein ärschetretendes Stück Film, das nicht gefallen wollte, sondern einfach sein Ding machte; deshalb war er so erfrischend und konnte die Filmfans begeistern. 
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Der Vorgänger setzt im Punkt Blut und harte Kämpfe sogar noch einen drauf – dies kommt wohl daher, weil das Publikum bereits weiß, was einen erwartet. Der Personenwechsel am Regiestuhl ging überraschend reibungslos vonstatten. Der neue Regisseur Jeff Wadlow führt genau das weiter, was Matthew Vaughn in Teil 1 begonnen hatte. Ein bisschen Selbstfindung hier, ein paar geniale Kämpfe da, und schon hat man eine extrem gute Fortsetzung produziert. Viele Moviepiloten zeigen sich enttäuscht von der Fortsetzung, aus welchen Gründen auch immer. Teil 2 sei enttäuschend, sie hätten mehr Hit Girl erwartet, es gäbe mehr Ekelszenen, bla bla bla. Ja, teilweise muss ich ihnen wirklich recht geben. Hit Girl wird leider zur Nebenfigur degradiert. Zwar wird ihr Selbstfindungstrip gut beleuchtet, jedoch ist das für den Film irrelevant und es interessiert niemanden. Diese Selbstfindung gipfelt in der mittlerweile bekannten Cafeteriaszene, in der Hit Girl sich an einem dummen Gör recht, indem sie ihr kleines Wundergerät herausholt und damit alle in der Cafeteria einen Kotzstrahl aus dem Mund und... ja, flüssige Scheiße aus dem Hintern schießen lässt. Für diese Szene möchte ich Kick Ass 2 am liebsten hassen. Warum muss er sich zu einem halben Adam-Sandler-Film degradieren? Niemand findet diese dummen Witzchen lustig. Aber die prüden Amis hauen sich wahrscheinlich auf die Schenkel, weil es ja so witzig ist. 
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Aber auch dieser extreme Tiefpunkt des Films ist schnell überwunden, sobald man die genial choreografierten Kampfszenen sieht (am besten war natürlich Hit Girls Kampf gegen Mother Russia, die gleichzeitig meine liebste Nebenfigur ist). Dave hat zwar fleißig trainiert, ist aber leider noch immer kein starker Superheld geworden, was aber gar nicht so schlimm ist, weil sich sein Gegenspieler Motherfucker (ehemals Red Mist) genauso tollpatschig ist wie er. Kick Ass schließt sich auch mit anderen Superhelden zu einer Liga namens Justice Forever zusammen, obwohl man nicht umhin kommt zu bemerken, dass sämtliche sogenannte „Superhelden“ einfach nur lahmarschige Trottel waren. Das ist schade, denn so verkommt dieser Handlungszweig zu einer Nebenstory, die nichts zum Ende des Filmes beizutragen hat. Dies liegt auch an dem neu eingeführten Superhelden Colonel Stars and Stripes, gespielt von Jim Carrey, der im Vorfeld groß angekündigt wurde. Dass dieser Colonel bereits im ersten Drittel des Filmes stirbt, ist leider sehr enttäuschend.
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Aber gut, ich fühlte mich während des Filmes prächtig unterhalten, wobei dieser Spaß nur von dem genannten Tiefpunkt getrübt wurde. Schlechter als Teil 1 ist er keinesfalls, für mich ist er eine äußerst gelungene Fortsetzung, die wieder mit vielen überraschend ernsten Handlungssträngen und schwierigen Entscheidungen, aber auch durch die kultigen Kommentare und Kampfszenen überzeugen konnte.

Elysium [2013]


Ein weiterer Science-Fiction-Film hielt Einzug in die Kinos: Nachdem genreverwandte Filme wie „After Earth“ oder „Oblivion“ an den Interessen des Publikums vorbeiproduziert wurden, sollte mit „Elysium“ alles anders werden. Dazu hatte man zwei berühmte Schauspieler an Bord geholt: Matt Damon spielt die Hauptrolle des Max, der mit allen Mitteln versucht, der Erde zu entkommen; und Jodie Foster als Quasi-Herrscherin über Elysium, die ihre paradiesische Raumstation vor den dreckigen, armen Erdbewohnern beschützen muss.

Ich muss ja zugeben, dass die Handlung bzw. der Trailer sehr vielversprechend aussahen. In der Zukunft ist die Erde gnadenlos überbevölkert. Es herrscht Armut und Zerstörung. Wer reich genug ist, lebt auf der Raumstation Elysium, die in sicherer Entfernung vor der Erde im Weltall schwebt. Auf Elysium ist es sauber und es existieren keine Krankheiten. Wer krank ist, legt sich in ein Gerät, das die Krankheit erkennt und augenblicklich heilt. Dies ist auch die Motivation für Max, sich bis Elysium durchzuschlagen: Aufgrund eines Arbeitsunfalles wurde eine hohe Dosis Strahlung in seinen Körper gepumpt, die ihn binnen weniger Tage töten würde. Diese Maschine in Elysium würde sein Leben retten.

Soweit zur Handlung. Die Umsetzung ist leider nicht ganz so glücklich gelungen. Während viel Augenmerk auf die Stimmung und die Bilder gelegt wurden, wusste Regisseur Neil Blomkamp die restliche Laufzeit mit gigantischen Explosionen und ewig langen Schießereien und Verfolgungsjagden aufzumotzen. Dass die Wackelkamera aber jeden Genuss, den der geneigte Actionfilmgucker dabei empfinden könnte, sofort zunichte macht, ist genauso wenig hilfreich wie die überflüssige Beinaheliebesbeziehung zwischen Max und der schönen Frey, deren Tochter am Leukämie leidet und ebenfalls dieses Gerät zur Krankheitsheilung benötigt.

Da ich von Natur aus nicht unbedingt ein Verfechter von langwierigen Schießereien bin, habe ich mich quasi den ganzen Film über gelangweilt. Matt Damon, ja, normalerweise mag ich ihn ganz gerne, aber hier als Max hat er eine Ausstrahlung wie ein Stück hartes Brot. Er spielt einfach seine Nummer runter, ohne jegliche Emotion oder gar Motivation, seine Rolle dem Zuschauer etwas zu versüßen. Das Ergebnis ist leider sehr enttäuschend. Natürlich gibt es schlechtere Filme, aber dass man am Tag darauf kaum mehr die Namen der Protagonisten weiß, spricht eigentlich für sich.

Mittwoch, 21. August 2013

Dogville [2003]



Dass "Dogville" kein besonders angenehmer Film sein wird, war mir im Vorhinein schon klar. Lars von Trier ist ein Name, der jedem Filmfan ein Begriff sein sollte. Er ist dafür bekannt, mit Tabuthemen zu arbeiten und zieht daher häufig die Missgunst der Öffentlichkeit auf sich. Ich habe zuvor noch nie einen von Trier Film gesehen. Merkwürdig, dass zufällig "Dogville" der erste Film sein wird, obwohl ich auch "Melancholia" im Regal stehen habe. Nicht nur von Trier, sondern auch dieser Film ist nicht das, was ich mir vorgestellt hatte.
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Wieso das? Ganz einfach: Dieser Film ist irgendwie... einzigartig. So etwas habe ich noch nie gesehen. Wenn ich an einen Film denke, gibt es meistens einen Ort, wo die Handlung spielt. Häuser, Bäume, Kulisse. All dies fehlt in diesem Film. Die Handlung spielt komplett in einer schwarzen Halle, auf deren Boden Umrisse von Häusern gemalt sind. Wenn eine Person durch die Tür tritt, steigt er über die weiße Linie, tut so, als ob sie eine Klinke drücken würde, und das Geräusch einer quietschenden Tür ist zu hören. Ich konnte mir anfangs nur schwer damit abfinden, dass es keine Häuser, keine Farben, keine Umgebung, einfach nichts gibt. Aber je länger man schaut, denkt man sich die fehlende Tür dazu und irgendwann fällt es einem gar nicht mehr auf. Glücklicherweise steht ja nicht die wundervolle Landschaft im Vordergrund, sondern die tragische Geschichte über ein ganz einfaches Dorf in den Bergen: Dogville. Einer der Einwohner, Tom Edison, führt zu Beginn den Zuschauer in das Dorf ein und stellt die anderen Einwohner vor. Im Laufe des Filmes wird man Zeuge von Grace' Ankunft und ihre Angewöhnung, wie sie akzeptiert wird, schließlich aber böses Blut aufkommt und Dogville ihre Klauen ausfährt. 
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"Dogville" ist wie ein Theaterstück in mehrere Kapitel aufgeteilt und jeder Akt hat einen eigenen Titel und sogar eine Beschreibung, sodass man in etwa weiß, was passieren wird. Dies nimmt aber keineswegs die Spannung weg, sondern ist in diesem Theatersetting (Punkt: aufgemalte Striche am Boden) sehr passend. Am besten finde ich den Titel des neunten und letzten Kapitels: Neuntes Kapitel, in dem Dogville den lang erwarteten Besuch erhält und der Film endet
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Zur Handlung kann ich soviel sagen: "Dogville" ist ein grauenhafter Film, ein gewaltiger Film, der es schaffte, mich so zu erschüttern wie lange keiner mehr. Anfangs ist Dogville das perfekte, verschlafene Städtchen mit allerlei schrulligen Bewohnern, die aber sehr liebenswert erscheinen. Als Grace auftaucht, sind alle bemüht, die Flüchtige aufzunehmen und bei sich wohnen zu lassen. Als Gegenzug hilft Grace bei allen Menschen aus, bei ihrer Arbeit, bei der Kindererziehung, oder einfach nur als Freundin, mit der man die Zeit verbringen kann. Dies läuft gut, bis zum sechsten Kapitel (Sechstes Kapitel, in dem Dogville die Zähne fletscht). Als ich diesen Titel las, spürte ich dieses Henkerbeil, das jeden Moment herabzusausen drohte. Denn die Handlung bis zum sechsten Kapitel war zwar von Fröhlichkeit geprägt, aber man hatte immer dieses unangenehme Gefühl, dass mit den Einwohnern etwas nicht stimmt. Und dieses Gefühl sollte sich bewahrheiten: Dogville wird zur Furie und Grace, die immer sanftmütige, freundliche Grace, wird zum Opfer. 
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Mehr möchte ich auch gar nicht zur Handlung schreiben, nur, dass es mich sehr verstört hat. Man kann einfach nicht die freundliche Dorfgemeinde mit den späteren Grausamkeiten miteinander vergleichen, kann nicht verstehen, warum Tom nichts unternimmt, um seiner Freundin beizustehen. Ständig scheint er im Zwist mit seinem Pflichtbewusstsein, seinem Heimatdorf beizustehen, und der Liebe zu der geheimnisvollen Grace. Das Ende kommt plötzlich und schlägt ein mit einem Paukenschlag, nur um gleich vorbei zu sein, wie die Spritze beim Arzt. Ich werde diesen Film bestimmt noch ein zweites oder drittes Mal sehen müssen, um die volle Bandbreite begreifen zu können. Eines möchte ich noch sagen: Nicole Kidman ist eine Wucht.

Sonntag, 18. August 2013

Englisch für Anfänger [2012]


In "Englisch für Anfänger" geht es um eine indische Hausfrau namens Shashi, die von ihrem Mann und ihrer Tochter gehänselt wird, weil sie nur schlecht Englisch spricht. Als sie auf die Hochzeit ihrer Nichte in die USA eingeladen wird und von ihrem Mann vorausgeschickt wird, um der Braut bei den Hochzeitsvorbereitungen zu helfen, muss sie lernen, sich in der fremden westlichen Welt zurechtzufinden - und das ganz ohne Sprachkenntnisse. Daher beschließt sie, einen vierwöchigen Sprachkurs zu besuchen, wo sie schnell Freunde findet und akzeptiert wird. 

"Englisch für Anfänger" ist ganz süßer Film mit der bezaubernden indischen Schauspielikone Sridevi, die ihre Hauptfigur so sehr ausfüllt, dass man die niedliche Shashi am liebsten umarmen möchte. Der Film ist ein Mix aus indischen Elementen (etwa modernen indischen Songs und sogar einer reinen Bollywood-Tanzeinlage) und dem komischen Umgang mit dem Unterschied zwischen USA und Indien, von der Kultur und der Sprache gesehen. Es werden aber auch sensible Themen wie etwa Homosexualität oder oder ihre eigene unglückliche Ehe angesprochen, indem Shashi bewegende Reden darüber hält, dass man tun soll, was einen glücklich macht. Der Film gestaltet sich meist äußerst kurzweilig, auch wenn er um die eine oder andere Länge, in denen Shashi ihr unverständliches Englisch stammelt, nicht herumkommt. 

Fazit: Harmloser Film über Sprachbarrieren und selbstbewusste Frauen, leider etwas zu belanglos und mit über zwei Stunden für eine Komödie viel zu lange, als dass er mich wirklich begeistern hätte können.

Good Will Hunting [1997]



Bei der Oscarverleihung 1998 erhielten zwei junge Pappnasen die Auszeichnung für das beste Originaldrehbuch, den wohl begehrtesten Preis im Filmgeschäft. Die Namen: Ben Affleck und Matt Damon. Heute sind beide von Hollywood kaum mehr wegzudenken, aber mit "Good Will Hunting" feierten sie ihren gelungenen Einstand in die Filmbranche. Und das Drehbuch kann sich wirklich sehen, ist es doch der Hauptgrund, warum der Film so gut funktioniert und auch kommerziell erfolgreich war. 

"Good Will Hunting" beschreibt das Leben des jungen Mannes Will Hunting, der aus schlechtem Elternhaus kommt. Er verbrachte viele Jahre seines Lebens in Heimen oder bei Pflegefamilien, und wurde auch dort aufgrund von Körperverletzung immer herumgereicht. Auch als junger Mann hat er ein perspektivloses Leben: Er arbeitet am Bau, als Hausmeister, verrichtet Arbeiten für einfache Leute. Das Besondere an ihm ist seine Intelligenz und die Fähigkeit, jedes Wissen wie einen Schwamm in sich aufzusaugen. Als der Mathematikprofessor Lambeau seinen Schülern eine komplexe Aufgabe stellt und Will diese lösen kann, wird er von Lambeau als Genie entdeckt. Das Problem ist aber, dass Will ganz einfach keinen Bock auf die Laufbahn hat, die der Professor für ihn vorgesehen hat. Lambeau möchte, dass sich Will mehr öffnet, wobei Sean Maguire, ein Psychologe, der es mit der Zeit schafft, hinter die starke Fassade von Will zu gelangen.

Zuerst einmal ist "Good Will Hunting" der perfekte Wohlfühlfilm. Ein armer, junger Mann ohne Perspektiven, der die Chance erhält, in den Kreis der großen intelektuellen Denker aufzusteigen, aber einfach keinen Bock dazu hat. Er fühl sich im Kreis seiner einfach gestrickten Freunde wohl und genießt es, abends fortzugehen und vielleicht einen alten Schikanen zu verprügeln. Mit seiner Freundin ist es genauso: Nach dem ersten Date meldet er sich nicht mehr bei ihr, aus Angst, dass sie einander die schlechten Seiten entdecken und sich nicht mehr lieben würden. Die Angst, einen geliebten Menschen zu verlieren, seit seiner gewalttätigen Kindheit tief in ihn eingebrannt, und Sean Maguire ist der einzige, der es vermag, hinter die taffe Fassade zu blicken und Will Mut zuzusprechen. Für diese kleinen Dinge mag ich diesen Film sehr gerne, obwohl ich auch ein Problem mit ihm habe: Die Inszenierung ist viel zu... ja, nett und unkompliziert ausgefallen. Alle haben sich lieb, der liebliche Soundtrack klimpert im Hintergrund pathetisch herum... Irgendwie wünsche ich mir, dieser Film wäre etwas ehrlicher, dreckiger und realistischer geraten als in diesem Hollywood-Zuckerwatte-Guss. Und ja, der Soundtrack ist tatsächlich fantastisch (immerhin von Danny Elfman), passt aber nicht sehr gut zur Thematik. 
Ach ja: Auch die Darsteller können sich sehen lassen. Matt Damon als Will Hunting, Robin Williams als Sean Maguire, Stellan Skarsgård als Lambeau und die Affleck-Brüder sind auch mit von der Partie - hier gibt es nichts auszusetzen.