Sonntag, 26. Januar 2014

Die Pute von Panem - The Starving Games [2013]


Puuh, ich weiß jetzt gar nicht so recht, was ich über dieses Schundwerk schreiben soll. Ich hatte das zweifelhafte Vergnügen, dies beispiellos schlechten Aaron-Seltzer-Ulkfilm in der Sneak Preview vorgesetzt zu bekommen, was meine Hoffnung auf eine "gute" Sneak einmal mehr zerplatzen ließ. Als der Filmtitel eingeblendet wurde, fing der ganze Saal genervt zu stöhnen an und viele verließen sogar ihre Plätze. Ich blieb standhaft und kann euch nun einen Bericht des Films abgeben... oder so. 

Fakt ist, dass sich "Die Pute von Panem" so erschreckend nahe an die Handlung des Originals hält, dass er dadurch keinerlei Individualität besitzt. Ein paar Dinge geschehen zwar etwas anders als im Original, aber im Großen und Ganzen hielt er sich 1:1 an die Filmvorlage. Natürlich wurden viele Szenen "etwas" modifiziert, um die Zuschauer zum Lachen zu bringen - zumindest war dies ihre Intention. Aber wenn Kantmiss Evershot in Großaufnahme gezeigt wird, wie sie gerade Durchfall hat, musste ich mich schon am Kopf kratzen. Das soll lustig sein? Inwiefern? Fäkalhumor dürfte eigentlich nur noch die Kleinsten und Unreifsten unter uns ansprechen, das dachte ich jedenfalls immer.

Ein paar interessante und witzige Ansätze besitzt der Film durchaus, und auch ich habe ein paar Mal schmunzeln müssen (und das heißt eine Menge!). Leider gehen diese kleinen Szenen in dem lächerlichen Rest, diesem billigen Abklatsch, in der jede Szene zwanghaft ins Lustige verbogen werden musste, unter. Nein, eigentlich kann ich nichts mehr dazu schreiben, außer: Seht ihn euch nicht an! Danke. 

Only Lovers Left Alive [2013]


Dieser Film mag zwar keine besonders originelle Geschichte erzählen und ist über viele Strecken ein bisschen zäh, konnte mich aber vor allem wegen der wunderbar depressiven Stimmung und den schönen Bildern begeistern. 

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So die Kurzfassung, aber natürlich werde ich auch ausführlicher beschreiben, worum es in dem Film mit dem geheimnisvollen Namen "Only Lovers Left Alive" geht. Im Wesentlichen geht es um das Ehepaar Adam und Eve, die bereits seit über 200 Jahre verheiratet sind, aber an getrennten Orten leben. Während Eve in Marokko lebt, hat sich Adam in einem verlassenen Detroit versteckt, wo er sich seiner Rockmusik frönt und nur Kontakt zu Ian pflegt, der ihm von seltenen Gitarren bis Verstärkern alles bringt, was man sich mit Geld kaufen kann. Als Eve bemerkt, dass Adam mehr und mehr melancholisch wirkt, reist sie kurzerhand nach Detroit, wo auch bald darauf Eves Schwester Ava auftaucht, und ihren ruhigen Alltag aufwirbelt. Aber wenn ich ehrlich bin, ist die Handlung schnell erklärt und so dünn, dass man sie auf ein Post-it kritzeln könnte. Dies ist bei vielen Filmen ein großer Nachteil, doch nicht so hier.
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"Only Lovers Left Alive" lebt großteils von der ruhigen Atmosphäre, während man von Adams depressiver Weltanschauung angesteckt wird: Aus ihren Unterhaltungen geht hervor, dass sie sich als höhere Wesen sehen, die sich über die Dummheit der Menschen lustig machen und dabei zusehen, wie sie die Welt zerstören und ihr lebensnotweniges Blut vergiften. Besonders Adam fühlt sich von den sogenannten "Zombies" abgestoßen und würde sich am liebsten in seinem Haus verstecken und weiter seine Musik machen, während er jedoch von lästigen Fans, die von seiner Musik begeistert sind, zunehmend gestört wird. Beide wirken hochintelligent bzw. stecken voller Wissen, das sie sich in ihrer langen Zeitspanne als Vampire angeeignet haben. Mystische Wesen, die sich still bewegen, keine Gefühlsausbrüche haben, scheinbar perfekt sind. Dargestellt werden sie von zwei Schauspielern, die nicht besser hätten ausgewählt sein können und wie die Faust aufs Auge passen: Tom Hiddleston und Tilda Swinton. Während Swinton schon wegen ihrem androgynen Aussehen perfekt passt, vermag auch Hiddleston seinem depressiven, schweren Charakter genug Ausstrahlung zu verleihen. Ja, war ein sehr schöner Film. 

Der Hobbit: Smaugs Einöde [2013]


Nachdem ich diesen Kommentar schon über einen Monat schleifen ließ, werde ich hier meine Meinung relativ kurz kundtun. Viele fanden "Smaugs Einöde" ja ziemlich gut und es gab auch ein paar, die ihn als Meisterwerk bezeichnen - nicht so bei mir. Schon den ersten Teil empfand ich als ziemlich enttäuschend. Wer wissen will, warum, der kann hier klicken.

Eigentlich hatte der Film sogar ziemlich erfreulich begonnen, indem er sich endlich einigermaßen an die Romanvorlage zu halten schien. Die Gemeinschaft trifft auf den Warg namens Beorn, dieser Auftritt ist jedoch recht kurz und bleibt nicht im Gedächtnis. Insofern einerseits positiv anzumerken, da die Szene überhaupt Platz im Film gefunden hat, aber leider auch schnell und lieblos abgehakt. Auch die Szene im Düsterwald war noch nett inszeniert und genau wie im Buch dargestellt - aber das war's auch schon wieder. Denn hier trifft die Gemeinschaft auf die dort lebenden Elben in Gestalt von Legolas und Tauriel, die sie prompt zu Legolas' Vater Thranduil, den man zu Beginn des ersten Abenteuers bereits kurz kennen lernen durfte. 
Und genau hier beginnt, eine der überflüssigsten Handlungsstränge in einem Film überhaupt seinen Lauf zu nehmen: Die zarte Liebe zwischen Elbin Tauriel und dem Zwerg Kili, die nicht nur unglaubwürdig, sondern auch extrem überflüssig war. Dass im Buch kein Wort davon geschrieben steht, muss ich wohl nicht extra erwähnen. Auch alles, was danach kommt, bereitete mir keine Freude mehr. Kaum sind die Zwerge und Bilbo in den Fässern entkommen, sind ihnen auch schon die Orks auf den Fersen, die es im Buch meiner Erinnerung nach nicht gegeben hatte, und natürlich wird Kili verletzt und Tauriel setzt alles daran, ihn zu retten, sehr zu Legolas' Ärger. Übrigens, auch Legolas' Charakter hat sich in den letzten zwölf Jahren erheblich zum negativen verändert, obwohl "Der Hobbit" eigentlich vor dem Herrn der Ringe spielt. Für mich vergeudeter Fanservice, den niemand gebraucht hat. 
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Um auch etwas Lobenswertes sagen zu können, komme ich schnell zu der besten Szene im ganzen Film: dem Gespräch zwischen Bilbo und Smaug. Während Bilbo versucht, gleichzeitig den Arkenstein und finden und dabei den Drachen abzulenken, führen die beiden ein Gespräch, in dem klar wird, dass Smaug ein intelligenter und böser Drache ist, der nicht die Absicht hat, den Zwergen lebend ihr Zuhause wieder zurück zu geben. Das besonders beeindruckende waren für mich Smaugs Animationen, denn er sah besser aus und schien allgemein mehr Charakter zu besitzen als alle Zwerge zusammen.
Denn das ist einer meiner größten Kritikpunkte: Die Hauptfiguren bleiben allesamt blass und nur von wenigen kann man sich den dämlichen Namen merken. Auch von Martin Freeman alias Bilbo bin ich enttäuscht. Anscheinend soll er ja die Hauptfigur sein, aber davon merkt man im Film herzlich wenig. Schon im ersten Teil hatten die Zwerge und Gandalf viel mehr Screentime erhalten als die eigentliche Hauptfigur, die im zweiten Teil zwar mehr sprechen darf, aber trotzdem eine Schablone ohne Charakter zu sein scheint. 
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Ein weiterer Punkt ist die langweilige Handlung, die öde vor sich hin plätschert. Auf der Leinwand mag sich allerhand tun, actionreiche Kamerafahrten, irre Stunts und Kampfchoreographien, die langsam etwas lächerlich wirken, weil sich kein menschliches oder zumindest magisches Wesen so schnell und wenig bewegen könnte. Aber nichts von alledem konnte mich mitreißen, fesseln, begeistern. Ich blieb den ganzen Film lang ein unbeteiligter Zuschauer, der ab und zu gähnte und hoffte, der Film möge bald zu Ende sein. Schade!

Sonntag, 19. Januar 2014

A Serious Man [2009]


Gerade jetzt, wo ich dachte, die Coen Brüder und ich wären endlich Freunde fürs Leben geworden, kommt uns "A Serious Man" in die Quere und beweist, dass der spezielle Coen-Humor bei mir einfach nicht wirkt. Mit der Geschichte über eine willkürliche, jüdische Person, die einen Schicksalsschlag nach dem anderen erfährt, konnten sie mich nicht hinter dem Ofen hervorlocken. 

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Larry Gopnik ist ein ganz gewöhnlicher Familienvater in einer jüdischen Gemeinde. Von Beruf ist er Physikprofessor und wird dort von einem asiatischen Studenten erpresst. Zuhause erfährt er, dass seine Frau sich von ihm scheiden lassen möchte, da sie ein Verhältnis mit seinem besten Freund hat. Der Sohn feiert in wenigen Tagen seine Bar Mitzwa und trauert um seinen Walkman inkl. 20 Dollar, die er in der Schule an den Lehrer abgeben musste. Die Tochter möchte ständig ihre Haare waschen und beklagt sich über ihren Onkel Arthur, der immer das Badezimmer besetzt. Arthur selbst hat auch seine Probleme mit dem FBI und versucht erfolglos sich am Glücksspiel. Noch dazu plant sein Nachbar, eine Gartenhütte ziemlich nahe an die Grundstücksgrenze zu setzen.
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So die Ausgangslage. Das Problem ist nur, dass hier der typische coen'sche Humor für meinen Geschmack wieder viel zu stark zutage tritt als in den meisten anderen Filmen. Sie thematisieren damit wohl zum ersten Mal verstärkt ihre jüdische Herkunft, vergessen aber dabei, dass viele ihrer Fans mit dem Judentum nicht viel am Hut haben, wie ich beispielsweise. Jedes zweite Wort ist ein spezielles jiddisches Wort, das wohl nur Juden ein Begriff sein sollte. Es werden auch vielerlei typisch jüdische Probleme behandelt, wie etwa die Bar Mitzwa des Sohnes oder auch Larrys zahlreiche Besuche bei diversen Rabbinern, um sie nach Rat zu fragen. Dieser spezielle Humor hat mir leider den ganzen Film zunichte gemacht, denn Larry Gopnik war mir von Anfang an sympathisch (was aber großteils daran liegen dürfte, dass er vom grandiosen Michael Stuhlbarg gespielt wurde. Ne, war absolut nicht meins. 

Dienstag, 14. Januar 2014

Serien Review: Sherlock Staffel 3


So, heute Nachmittag hab ich mir das Staffelfinale von Sherlock zu Gemüte geführt und ich bin froh, dass ich es doch getan habe. - Eigentlich hatte ich ja vorgehabt, auf die letzte Folge zu verzichten, weil die restliche Staffel so schwach war, aber aufgrund der durchweg positiven Kommentare habe ich es dann doch getan. Meine Güte, war das eine schwere Geburt, aber zumindest haben Moffat und Gatiss gezeigt, dass sie es doch noch drauf haben und haben eine 1A Episode aus dem Hut gezaubert.

Nach zweijähriger Abstinenz meldete sich Sherlock vor zwei Wochen mit einem Paukenschlag zurück - oder zumindest hatte ich mir das erhofft. Die erste Episode, "The Empty Hearse", beschäftigt sich zu 80 Prozent mit Sherlocks langersehnte Rückkehr und den emotionalen Schwierigkeiten, die damit zusammenhängen. Nicht nur, dass sich Watson hintergangen fühlt, da scheinbar jeder außer ihm von Sherlocks Plan gewusst hatte, während er selbst zwei Jahre um seinen besten Freund getrauert hatte. Zudem sieht sich der Consulting Detective nun einer "Rivalin" um Watsons Gunst gegenüber, in Form von Mary, Watsons Freundin und Verlobte. Man merkt, dass sich Moffat und Gatiss mehr auf die Charaktere konzentrierten, als auf den eigentlichen Fall, denn der ist nicht der Rede wert und praktisch nicht vorhanden. Für viele ist es schön, wenn Sherlock menschlicher wird und Watson wieder einmal links liegen gelassen wird, aber mich konnte das nicht aus den Socken reißen.

Das selbe Spiel bei der zweiten Episode ("The Sign of Three"), nur noch schlimmer. Der "Fall" ist als solcher gar nicht zu bezeichnen und mehr alibimäßig eingebaut, um nicht komplett zur Sitcom zu verkommen. Sherlocks zweifelhafter, aber gelungener Versuch, eine Rede als Best Man auf der Hochzeit von Watson zum Besten zu geben, nebenbei über vergangene Mordfälle zu quatschen und nebenbei auch noch einen fadenscheinigen Fall aufzulösen, der gerade auf der Hochzeit stattfindet, nimmt leider die komplette Folge in Anspruch. Zwar ist es wirklich schön zu sehen, dass Sherlock in Watson seinen besten Freund bzw. die wichtigste Person in seinem Leben sieht, da man dies vorher höchstens erahnen konnte - aber leider geht da der ganze Drive, die Spannung flöten. Und der Episodentitel löst sich erst am Ende auf: Sherlock erkennt, dass Mary schwanger ist, was bei ihnen natürlich Freude (Mary) und Schock (Watson) auslöst.



Viel besser wurde es mit der dritten Episode, die wieder an alte Erfolge der vorangegangenen Staffeln anknüpfen konnte. Zwar gab es schon bessere Handlungen, aber aufgrund der beiden Nieten davor will ich mal nicht so sein und sehe in "His Last Vow" klar die beste Episode der dritten Staffel. Ein neuer Feind wird vorgestellt, Charles Augustus Magnussen, ein gewiefter Geschäftsmann, der mit großer Intelligenz ausgestattet ist und quasi aus Spaß Menschen erpresst. Und schon der Einstieg war interessant: Watson muss Sherlock aus einer Drogenhöhle zerren, worauf dieser erklärt, es wäre alles nur für seinen neuesten Fall. Die beiden sagen Magnussen den Kampf an, müssen sich jedoch geschlagen geben - beinahe. In einer WTF-Szene schießt ihm Sherlock in den Kopf und lässt sich abtransportieren, nur um wieder zurückgebracht zu werden, weil sein alter Erzfeind Moriarty wieder aufgetaucht ist. "Did you miss me?" schallt es landesweit zur selben Zeit aus dem Fernseher und ich bin begeistert. Eine tolle Episode, die mit den Sherlock-typischen WTF-Momenten und Twists ausgestattet ist, die ich an der 3. Staffel so vermisst habe. 

Auch wenn das Staffelfinale wieder einmal hervorragend war, ist die Staffel an sich eher mäßig gewesen. Auch das Finale reißt die ersten beiden, sehr schwachen Episoden nicht heraus.