Donnerstag, 15. März 2012

Contraband [2012]


In "Contraband" geht es um Chris, einen ehemaligen Schmuggler, der nun jedoch ein friedliches Leben mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen führt. Ausgerechnet sein Schwager zwingt ihn dazu, seine ehemalige Tätigkeit wieder aufzunehmen. Andy musste fünf Kilo Kokain ins Meer werfen, als das Schiff, auf dem er sich befand, vom Zoll durchsucht wurde. Jetzt will sein Boss Tim Briggs sein Geld zurück und bedroht Andy und somit auch seiner Schwester und Chris das Leben.

Um den Bruder seiner Schwester zu retten, macht er mit Tim einen Deal: Er beschafft ihm innerhalb von zwei Wochen das Geld, im Gegenzug lässt er seine Familie in Ruhe. 

So weit, so gut. Dem Zuschauer wird ganz schnell klar, dass es sich hier um eine exklusive Mark-Wahlberg-One-Man-Show handelt. Er ist unbesiegbar, wird nicht angeschossen, kann immer entkommen und scheint keine Fehler zu machen. Natürlich legen sich ihm unzählige Stolpersteine in den Weg, die gegen seinen Willen und seiner Liebe zu seiner Familie nichts anrichten können. Diese Formel wirkt in den meisten Actionnfilmen, genau wie hier, auch wenn sich der Film etwas zu ernst nimmt.
Die Handlung hat einen raschen Einstieg und es kommt schnell zur Sache, was ich ziemlich gut fand. Bei einem Actionfilm will man sowieso nicht langes Gerede hören, sondern Taten sehen. Auch wenn ich mir noch etwas mehr Spannung erwartet hätte, geht diese in Ordnung, lediglich die Kamera war etwas zu hektisch.

Die schauspielerischen Leistungen, gehen in Ordnung, nichts Besonderes aber auch keine Totalausfälle. Mark Wahlberg spielt gewohnt mit demselben Gesichtsausdruck (ehrlich, mehr hab ich noch nie von ihm gesehen), aber seine Figur ist sehr cool gemacht, wenn auch ohne Tiefe. Kate Beckinsale als seine Frau Kate (wie passend) ist im Cast noch eine der besseren, auch wenn ihre Rolle denkbar klein gehalten wurde. Am besten finde ich noch Ben Foster als Sebastian, Chris' vermeintlichen besten Freund.

 
Originaltitel: Contraband
Erscheinungsjahr: 2012
Regisseur: Baltasar Kormákur
Darsteller: Mark Wahlberg, Kate Beckinsale, Ben Foster
Laufzeit: 110 Minuten
Originalsprache: Englisch
Altersfreigabe: FSK 16

Samstag, 10. März 2012

Das Leben des David Gale [2003]


Dieser Film hat mich eines gelehrt, an das ich mich in Zukunft wohl immer halten werde: Kaufe dir nie einen Film, nur weil dir der Soundtrack gefällt. Das Lied, das übrigens in den Trailers für „The Artist“ und „Die eiserne Lady“ verwendet wird, hat mich bezaubert und einen Tag lang konnte ich meine Finger nicht von diesem Lied lassen. Und als ich erfuhr, zu welchem Film dieses Lied gehört, war es sowieso schon um mich geschehen. Ich las mir die Inhaltsangabe durch und befand den Film für gut, denn die Inhaltsangabe hörte sich nicht schlecht an und Kevin Spacey ist sowieso ein Gewinn für jeden Film.
Dachte ich zumindest.

Eigentlich fängt der Film gar nicht so schlecht an: David Gale, ein Universitätsprofessor und ein erklärter Gegner der Todesstrafe, wird für Vergewaltigung und Mord zum Tode verurteilt. Das ganze Land ist in Aufruhr, denn ausgerechnet der Mann, der sich mit seinem Einsatz gegen die Todesstrafe einige Feinde im Staat Texas gemacht hat, soll dieser Strafe zugeführt werden. Die Beweise sind äußerst belastend; im Körper seiner Partnerin (ebenfalls eine Gegnerin der Todesstrafe) wurden seine Spermaspuren gefunden und den Rest kann man sich ebenfalls zusammenreimen.
Drei Tage vor seiner Tötung verlangt David Gale nach Betsy Bloom, einer Journalistin die den Ruf genießt, Geheimnisse nicht preiszugeben, weshalb sie bereits hinter Gittern saß. Sie soll sich in drei Sitzungen seine Lebensgeschichte anhören und diese nach seinem Tod veröffentlichen.
Betsy ist misstrauisch und hegt keine besonders sympathischen Gefühle für David, da sie der Meinung ist, dass seine Strafe gerecht sein muss. Doch je mehr er ihr von sich erzählt, desto mehr glaubt sie an einen Irrtum der Polizei, dass der Mord David nur angehängt wurde…


Hört sich gar nicht so schlecht an, nicht wahr? Doch leider haperte es ziemlich an der Umsetzung. Das ganze wurde mir etwas zu fade präsentiert und viele Motive der Protagonisten waren für mich unverständlich bzw. nicht nachvollziehbar. Besonders den späteren Verlauf der Geschichte fand ich unglaubwürdig und ziemlich an den Haaren herbeigezogen, ohne hier zu viel spoilern zu wollen. Betsy entwickelt sich im Laufe der Handlung immer mehr zu einer Detektivin, aus jedem noch so kleinen Gedankenfurz ihrerseits verwandelt sich eine heiße Spur und zu Schluss kommt sie so doch noch hinter David Gales Geheimnis.
Die Dialoge sind weder scharfsinnig noch bissig oder gar humorvoll. Scheinbar ohne Emotionen werden die Sätze einfach nur runtergerasselt, ohne dass mir ein Satz oder ein bestimmtes Gespräch in Erinnerung geblieben wäre.
Mit den Leistungen der Darsteller ist es dasselbe. Kevin Spacey ist zwar immer noch der beste in diesem Film, doch selbst er schafft es nicht, besondere Akzente zu setzen. Dass er nur ein paar Jahre nach „American Beauty“ oder „K-Pax“ so wenig Ausstrahlung besitzt, schreibe ich einfach spontan dem Drehbuch und dem ganzen Film zu. Kate Winslet als Betsy – tut mir leid – nervt einfach nur.

Fazit: Vielleicht hört sich der Film jetzt schlecht er an, als er eigentlich ist, aber er ist immer noch in Ordnung, wenn man mal Langeweile haben sollte. Erwartet man einen guten und spannenden Film, kann ich von diesem Film nur abraten.

 
Originaltitel: The Life of David Gale
Erscheinungsjahr: 2003
Regisseur: Alan Parker
Darsteller: Kevin Spacey, Kate Winslet
Laufzeit: 130 Minuten
Originalsprache: Englisch
Altersfreigabe: FSK 12

Mittwoch, 7. März 2012

Zodiac - Die Spur des Killers [2007]


„Zodiac“ beginnt mit einem guten Einstieg, bei dem man bereits die Künste des titelgebenden Mörders erleben darf. Ein junges Pärchen sitzt im Auto, während sich plötzlich ein Auto nähert, ein Mann aussteigt, und die beiden erschießt. Dabei liegt das Gesicht des Mannes immer im Schatten und es ist unmöglich festzustellen, wie er aussieht.

Ein paar Monate später – im Herbst 1969 – bekommt die Zeitung San Francisco Chronicle einen mysteriösen Brief von einem Mann, der sich selbst „Zodiac“ nennt und behauptet, für diverse ungelöste Morde im vergangenen Jahr verantwortlich zu sein. Er beginnt, die Chronicle und andere namhafte Zeitungen im San Francisco zu erpressen, indem er verlangt, einen bestimmten von ihn geschickten Code auf der Titelseite zu veröffentlichen. Wenn sie seinen Forderungen nicht nachkommen, droht er, die Reifen eines Schulbusses zu zerschießen und die Kinder einzeln zu töten.
Hier lernt man bereits die eigentliche Hauptfigur kennen: Robert Graysmith, seines Zeichens Karikaturist der Chronicle. Er und der selbstbewusste Journalist Paul Avery finden heraus, was Zodiacs Codes bedeuten und besonders Robert vertieft sich immer mehr in die Materie.

Ab hier beginnt der Film etwas langweiliger und träge zu werden. Die nächste Stunde wird zum Großteil aus der Sicht der beiden Polizeibeamten Dave Toschi und Bill Armstrong, die versuchen, den Zodiac-Killer zu schnappen. Man verfolgt verschiedene Spuren, einige verlaufen im Sand, andere sind vielversprechend, aber keine von ihnen ist vom Erfolg gekrönt. Die beiden beschäftigen sich so sehr mit diesem Fall, dass sie fast nichts anderes mehr tun und dieses Tempo über Jahre beibehalten.
Hier kommen wir zu einem Punkt, der mich sehr gestört hat: die großen Zeitsprünge. So spielt der Film im Lauf von über dreißig Jahren, ohne dass sich die Figuren irgendwie äußerlich verändert hätten. Die Zeitsprünge werden nicht drastisch gemacht, es wird dem Zuschauer nicht verdeutlicht, dass soeben wieder drei Jahre vergangen sind. Es scheint immer noch so, als wären vielleicht nur ein paar Tage vergangen. Schade.


Außerdem gestaltet sich die Jagd nach dem Killer nicht so spannend, wie ich mir das vorgestellt hatte. Ich hatte einen nervenzerreißenden Thriller erwartet, vielleicht auch so etwas wie „Sieben“. Zodiac jedoch lässt sich sehr viel Zeit mit dem Erzählen und temporeiche Momente gibt es kaum. Die Jagd nach dem Killer findet nur in verstaubten Archiven von Polizeipräsidien statt. In den späteren Jahren gibt es keine Morde und auch keine Briefe mehr, und trotzdem hören Robert und auch Dave Toschi bis zum Schluss nicht auf, den Mörder zu finden.

Zu den Schauspielern kann ich nur hinzufügen, dass Jake Gyllenhaal seine Rolle gut ausgefüllt, jedoch nicht unbedingt Akzente gesetzt hat oder versucht hat, das Rad neu zu erfinden. Von Robert Downey Jr.‘s kleiner Rolle war ich etwas enttäuscht. So wird er doch in der Inhaltsangabe in einem Atemzug mit Robert Graysmith genannt, kommt aber nach der ersten halben Stunde so gut wie gar nicht mehr vor, weil er nach einer Morddrohung von Zodiac der Alkohol- und Drogensucht verfallen ist. Schade.

Fazit: Obwohl kein Thriller im klassischen Sinne, ist er sehr gut inszeniert und hat zum Schluss hin ein paar Höhepunkte.

 
Originaltitel: Zodiac
Erscheinungsjahr: 2007
Regisseur: David Fincher
Darsteller: Jake Gyllenhaal, Mark Ruffalo, Robert Downey Jr.
Laufzeit: 157 Minuten
Originalsprache: Englisch
Altersfreigabe: FSK 16

Dienstag, 6. März 2012

Sin City [2005]


„Sin City“ ist nach „From Dusk till Dawn“ mein zweiter Film von Robert Rodriguez und langsam muss ich mir doch die Frage stellen: Was geht in dem Kopf dieses Mannes vor? Die Vermutung, dass er als Kind wohl zu viele B-Movies gesehen hat, liegt da am nahesten. Der Film ist zwar völlig abgedreht, überzeichnet und übertrieben aber hey, es macht Spaß!

Das wohl auffälligste Merkmal an diesem Film ist wohl sein Look. Der ganze Film ist komplett in schwarz-weiß gehalten, bis auf ein paar wichtige Merkmale, die durch die Farbe nur hervorgehoben wurden. So wurden wichtige Personen für kurze Zeit in Farbe präsentiert und der „Yellow Bastard“ wurde sowieso komplett in Gelb gezeigt, was nach all dem tristen schwarz-weiß wirklich toll aussah.
Ein weiteres Merkmal ist sein comichafter Look. In jeder Szene sieht man schon alleine an der Beleuchtung und an der Kameraführung, dass dieser Film einem Comic nachempfunden wurde. Dies war zu Beginn etwas ungewöhnlich, aber man gewöhnt sich schnell daran und man ist fasziniert davon, einen richtigen Comicfilm zu sehen. Comicverfilmungen gibt es mittlerweile wie Sand am Meer, alle halten sich mehr oder weniger an die Handlung, aber wer lässt den Film auch wirklich wie die Vorlage aussehen? Ein Kunststück, das Rodriguez mit Bravour gemeistert hat.

Was aber noch auffällt, ist die Brutalität. Es gibt fast keine Szene, in der niemand zusammengeschlagen, erschossen, gequält, erdrosselt, erstochen usw. wird. Ich bin zwar kein Freund von Gewalt in Filmen, aber da diese Handlungen nicht ernst gemeint und außerdem sehr stylisch dargestellt werden, machte es trotzdem Spaß (ähnlich wie bei Kill Bill).
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Die Handlung besteht aus fünf verschiedenen Episoden, die lose miteinander zusammenhängen. Jede Geschichte wird in sich geschlossen erzählt und zu Ende geführt, nur verschiedene Randfiguren tauchen auch in den anderen Episoden auf. Ohne zu viel verraten zu wollen gefiel mir persönlich die Episode mit Bruce Willis am meisten, während ich „The Big Fat Kill“ beispielsweise nicht so gut fand, einfach weil dort die Gewalt noch exzessiver dargestellt wurde.
Der Cast ist ein wahrer Flickenteppich aus verschiedenen Schauspielern: Bruce Willis, Clive Owen, Mickey Rourke, Jessica Alba, Elijah Wood, Benicio del Torro, Clive Owen, Michael Madsen, Brittany Murphy, Josh Hartnett und viele andere. Während man Bruce Willis, Clive Owen und Mickey Rourke in den Hauptrollen bewundern kann, wurden die anderen in Nebenrollen besetzt. Zum Glück gibt es keine Totalausfälle, obwohl die Darsteller nicht zu Höchstleistungen auffahren. Aber das ist auch gar nicht nötig, da Sin City auch so genug Spaß macht.

 
Originaltitel: Sin City
Erscheinungsjahr: 2005
Regisseur: Robert Rodriguez
Darsteller: Bruce Willis, Clive Owen, Elijah Wood
Laufzeit: 119 Minuten
Originalsprache: Englisch
Altersfreigabe: FSK 18

Montag, 5. März 2012

Happy New Year [2011]


Die Kritiken waren vernichtend, aber trotzdem versprach ich mir von dem Film eine gute Hirn-aus-Film-an-Unterhaltung. Und was soll ich sagen? Ich kann mich der negativen Meinung nur anschließen.


"Happy New Year" ist ein Episodenfilm. Das wäre ja nicht weiter schlimm, wenn nicht so viele verschiedene Promis/Charaktere in den Film gestopft worden wären. Da es sich ja um einen Episodenfilm handelt, müssen die Schicksale dieser Personen irgendwie miteinander zu tun haben. Aber leider geht das gehörig schief. Der Film braucht lange, um die ganzen Personen überhaupt vorzustellen, geschweige denn fortzuführen und zu einem glücklichen Ende zu bringen. In den Hauptrollen sehen wir eine "Köchin" (die nichts anderes tut, als Ananas zu zerschneiden und herumzunerven); zwei absolut sinnfreie Pärchen, die unbedingt ihre Neujahrsbabys auf die Welt bringen wollen, um das große Geld zu verdienen und viele andere, deren Leben dem Zuschauer komplett am Allerwertesten vorbeigeht.
Nicht einmal an der schauspielerischen Leistung der Darsteller könnte ich etwas Positives hervorheben. Zac Efron war akzeptabel, Til Schweiger schrecklich, Halle Berry unnötig, Sarah Jessica Parker nervig. Nur Michelle Pfeiffer und Robert de Niro waren die einzigen Lichtblicke; nur schade, dass Michelle Pfeiffer nur die graue Maus à la Selina Kyle spielt und Robert de Niro als totkranken Krebspatienten mit maximal fünf Minuten Screentime bestraft wurde. Nur im Abspann konnte er einigermaßen zeigen, was er drauf hat.
Fazit: Ein wirklich sehr enttäuschender Film mit großer Starbesetzung, die allerdings nicht wirklich zeigen kann, was sie drauf hätte. Vielleicht hätte es mit weniger Personen und mehr Sinn geklappt.

 
Originaltitel: New Year's Eve 
Erscheinungsjahr: 2011
Regisseur: Garry Marshall
Darsteller: Halle Barry, Robert de Niro, Michelle Pfeiffer
Laufzeit: 118 Minuten
Originalsprache: Englisch
Altersfreigabe: FSK 0