Montag, 5. März 2012

Shining [1980]


Es ist wohl Fakt, dass man einen Film nicht mehr als so wegweisend betrachtet, wenn man davor das dazu gehörige Buch gelesen hat. In den meisten Fällen umschiffe ich dieses Risiko gekonnt und lese das Buch nur, wenn mir der Film besonders zugesagt hat. 

Aber hier handelt es sich um Stephen King, meinen Lieblingsautor schlechthin. Das Buch fand ich super und so waren meine Erwartungen auf Kubricks Version dementsprechend hoch. Und wenn man die Vorlage bereits kennt und nicht mehr vollkommen blind in einen Film tappt, fallen einem sofort alle möglichen Dinge auf, die im Film umgeändert bzw. neu erfunden wurden. Beispielsweise fand ich es anfangs merkwürdig, dass aus den Heckenfiguren, die Jack und später Danny verfolgten, ein ganzes riesiges Labyrinth wurde. Jetzt finde ich jedoch, dass das Labyrinth eine noch recht elegante Lösung ist, da es Ende der 70er bestimmt noch nicht so gut möglich war, sich bewegende Heckenfiguren darzustellen.

Umso enttäuschender war es für mich, dass die Rolle des sympathischen Dick Hallorann so klein gehalten wurde. Im Buch hilft er Wendy und Danny im Kampf gegen Jack und fliegt mit ihnen gemeinsam vom Overlook Hotel, das brennend in sich zusammen bricht – im Film kommt er nur, um Wendy und Danny eine Fluchtmöglichkeit zur Verfügung zu stellen und augenblicklich nach seiner Ankunft von Jack getötet zu werden. Außerdem gäbe es da noch viele Dinge, die umgeändert gezeigt bzw. gar nicht gezeigt wurden: Jacks Vater und seine Hassliebe gegen ihn, seine eigene Vergangenheit als Trinker. Außerdem waren Wendy und Jack viel stärker verletzt (Wendy hatte schwere Verletzungen am Bauch und Jack hatte gleich das lange Küchenmesser im Rücken stecken). Außerdem entspringt die Stelle mit „All work and no play makes Jack a dull boy“ gleich der Fantasie von Stanley Kubrick.
Aber genug davon.



Mir gefiel Kubricks Version außerordentlich gut: Bei ihm war Danny kein Kind mit dem Bewusstsein eines Teenagers, sondern das, was er eigentlich ist – ein kleiner Junge, der keine Schuld am Wahnsinn um ihn herum trägt. Seine Rolle bleibt im Film verhältnismäßig klein, sodass man den Großteil seiner titelgebenden Fähigkeiten gar nicht erfährt. Dafür, dass der kleine Danny Lloyd erst sechs Jahre alt war und nur wenig von der Handlung und seiner Rolle in diesem Film wusste, erbrachte er eine große Leistung.
Mit Shelley Duvall als Wendy konnte ich anfangs wenig anfangen, da ich mir (wie im Buch beschrieben) eine blondhaarige und besonders feminime Frau vorstellte und im Endeffekt das Gegenteil davon sah. Doch auch sie konnte mich im Laufe des Films überzeugen und ihre Dialoge mit Jack gegen Ende des Films gehören zu den Glanzminuten des Films.
Doch am meisten gefiel mir Jack Nicholson als langsam immer verrückter werdenden Jack Torrance. Zwar wird sein geistiger Verfall nicht so umfangreich beleuchtet wie im Buch, doch seine ganze Gestik, Mimik und Sprache ist eine Wucht und absolut glaubwürdig und zum Fürchten. Nicholson liefert hier eine wahrlich oscarreife Leistung und ich gehe so weit zu sagen, dass ich seine Leistung in diesem Film sogar noch besser fand als die in „Einer flog über das Kuckucksnest“.

Stephen King mochte ihn zwar nicht, aber ich fand den Film wirklich gut, auch wenn ich ihn nicht unbedingt zu den Horrorfilmen zählen würde. Zwar gibt es ein paar unheimliche Szenen (die Frau in der Badewanne war wirklich schlimm) und die beängstigende Musik tat ihr übriges, doch in erster Linie geht es hier um den geistigen Verfall der Hauptfigur, und das hat der Film absolut getroffen.


Originaltitel: The Shining
Erscheinungsjahr: 1980
Regisseur: Stanley Kubrick
Darsteller: Jack Nicholson, Shelley Duvall
Laufzeit: 146 Minuten
Originalsprache: Englisch
Altersfreigabe: FSK 16

Eine wahre Geschichte - The Straight Story [1999]


Ein kleiner aber feiner Roadmovie-Film, in dem Hauptfigur Alvin Straight beschließt, seinen Bruder zu besuchen, der vor kurzem einen Schlaganfall hatte und mit dem er seit zehn Jahren zerstritten ist. Entschlossen, sich mit seinem Bruder zu versöhnen, macht sich Alvin auf die über 400 Kilometer lange Reise von Iowa nach Wisconsin und trifft dort - wie in einem Roadmovie üblich - auf alle möglichen Menschen.
 
Leider waren diese Begegnungen nicht so einprägsam, wie ich es mir gewünscht hätte. Die Menschen und ihre Geschichten waren mir leider zu austauschbar, aber im Grunde geht es eh nur um die Hauptfigur, und die sieht man in langen Einstellungen auf dem Traktor sitzen, während er die Landschaft bewundert. Und die ist wirklich bewundernswert, die weiten Korn- und Maisfelder sind wirklich sehr ansehnlich. Obendrein besitzt der Film eine wunderbare Melodie, die immer während dieser langen Einstellungen zu hören ist.
Der Film ist zwar nicht Besonderes, aber sehr nett und ich denke, dass man nichts falsch machen kann.

 
Originaltitel: The Straight Story
Erscheinungsjahr: 1999
Regisseur: David Lynch
Darsteller: Richard Farnsworth, Sissy Spacek
Laufzeit: 111 Minuten
Originalsprache: Englisch
Altersfreigabe: FSK 0

Brokeback Mountain [2005]



Brokeback Mountain ist für mich einer jener Filme, die mich immer wieder begeistern und verzaubern können. Ein wunderbarer Film, ein Meisterwerk. Die Handlung beginnt während der 60er Jahre und beleuchtet im Laufe des Films zwanzig Jahre im Leben zweier Männer. Ennis del Mar und Jack Twist treffen zum ersten Mal auf dem Brokeback Mountain aufeinander und verbringen dort einen Sommer, um Schafe zu hüten. Obwohl beide hetero sind, beginnen sie eine Romanze, die von nun an über zwanzig Jahre bestehen soll.
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Doch die beiden haben Angst davor, ihre Liebe zueinander publik zu machen, da sie sich vor den Reaktionen der Mitmenschen fürchten. Und so führen bneide ein getrenntes Leben, heiraten und bekommen Kinder. Doch sie können einander nicht vergessen und treffen sich jedes Jahr an dem Ort, wo sie sich kennen gelernt haben: der Brokeback Mountain... Was ich an diesem ungewöhnlichen Liebesfilm besonders schätze ist die Tatsache, dass er einfach Regeln bricht und über homosexuelle Liebe erzählt. Gerade diese verbotene Liebe macht das melancholische für mich aus, das ich an di esem Film sehr schätze.

Die Bilder sind wunderschön, besonders die Berglandschafen und weiten Wiesen zu Beginn des Films. Auch der Score geizt nicht mit eingängigen Melodien und Magie.

Bei den Schauspielern sind natürlich die beiden Hauptdarsteller zu erwähnen. Jake Gyllenhaal habe ich nicht mehr so wunderbar einfühlsam spielen sehen. Heath Ledger gibt den scheuen Ennis ebenfalls sehr gut, auch wenn ich ihn manchmal etwas zu introvertiert fand. Erwähnenswert finde ich noch Michelle Williams als betrogene Ehefrau. Auf der einen Seite gönnt man Ennis und Jack einander, doch wenn man bedenkt, dass Ennis damit eigentlich einen Ehebruch beging und Alma damit sehr verletzte, tut einem diese Person einfach nur leid. Ein schlichtweg perfekter Film für mich.

Rocky [1976]


Rocky, ein Überraschungserfolg, der bei den Oscarverleihungen 1977 drei Oscars einheimsen konnte, darunter in den wichtigen Kategorien Bester Film und Beste Regie. Ein Film über einen unbekannten Boxer aus der Unterschicht, der die Chance seines Lebens erhält. Ein Film, der fünf weitere Filme nach sich zog und zu einem Phänomen wurde.
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Doch bei allen Superlativen bleibt der Film immer noch das, was er ist: Ein Boxerfilm, und das nicht zu knapp. Rocky Balboa, ein 30-jähriger Italiener aus Philadelphia, erhält die einmalige Chance, gegen den Boxweltmeister Apollo Creed anzutreten. Eine typische Formel folgt: Niemand glaubt an Rocky, doch er trainiert so hart, dass er es im finalen Endkampf doch noch schafft: Er ist der Sieger der Herzen seiner Zuschauer.
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Was mir an diesem Film gefällt sind nicht die schauspielerischen Leistungen, denn von denen bewegt sich keine in höhere Sphären. Es ist einfach das Gesamtpaket, die Geschichte über den Underdog, der es in seinem Leben doch noch zu etwas bringt. Sie wurde schon hunderte Male in Filmen behandelt, und doch funktioniert sie noch. Außerdem mochte ich die süße Beziehung zwischen Rocky und Adrian, da geht mir wirklich das Frauenherz auf.

 
Originaltitel: Rocky
Erscheinungsjahr: 1976
Regisseur: John G. Avildsen
Darsteller: Sylvester Stallone, Talia Shire
Laufzeit: 118 Minuten
Originalsprache: Englisch
Altersfreigabe: FSK 12

Dead Man Walking [1995]

DEAD MAN WALKING

Ich würde gerne sagen, dass mich der Film dazu inspiriert hat, für immer gegen die Todesstrafe zu sein und es bei jeder Gelegenheit lautstark von mir zu geben. Ich würde gerne sagen, dass mich Sean Penn weggeblasen hat. Ich würde gerne sagen, dass der Film eine Wucht war.
 
Doch leider ist dem nicht so.
Kurz: Die Nonne Helen bekommt aus dem Gefängnis einen Brief von Matthew Poncelet bekommt. Dieser sitzt seit sechs Jahren in der Todeszelle, weil er gemeinsam mit einem Komplizen zwei junge Menschen brutal ermordet haben soll. Helen besucht ihn und stellt fest, dass dieser Mann in Bezug auf seine Tat völlig reuelos ist. Matthew will den Fall neu aufgerollt haben, um seine Strafe in lebenslange Haft umzuwandeln. Helen steht ihm während dieser Zeit bei und dabei kommen sie sich immer näher.
Nicht körperlich, aber sie beginnen, eine Art freundschaftliche Beziehung zueinander aufzubauen, soweit dies unter diesen Umständen möglich ist.

Während dieser Gerichtstermine lernt Helen auch die Eltern der beiden getöteten Teenager kennen. Diese reagieren fassungslos, weil Helen als Nonne nicht auf der Seite der Opfer, sondern auf der des Mörders steht. Doch für sie ist Matthew kein Mörder, sondern ein Mensch, der seine Unschuld beteuert und unschuldig eingesperrt ist.
Ich möchte nicht zu viel spoilern, aber besonders die letzten paar Minuten des Filmes sind besonders stark. Sean Penn und Susan Sarandon zeigen nochmal alles, was sie drauf haben.

Doch leider war der Rest des Films nicht so gut gespielt. Er hatte einige Längen und bereitete mir oftmals Langeweile. Nur Sean Penn konnte mich dazu bringen, den Film bis zum Ende zu schauen und meiner Meinung nach hatte er besser gespielt als Susan Sarandon.
Nur war die Konkurrenz bei der Kategorie "Bester Hauptdarsteller" wahrscheinlich zu stark.