Montag, 14. September 2015

Geliebte Aphrodite [1995]



In "Geliebte Aphrodite" spielt Woody Allen wieder mal sich selbst, einen unsicheren, neurotischen New Yorker mit jüdischen Wurzeln, der gemeinsam mit seiner Frau (Bonham Carter) einen Jungen adoptiert. Als er die Mutter nach langer Suche kennen lernt, staunt er nicht schlecht, als sich herausstellt, dass Linda eine Prostituierte ist. Er beschließt, für Linda einen Mann zu finden und ihr zu einem besseren Leben zu verhelfen.

"Geliebte Aphrodite" wurde 1996 für zwei Oscars nominiert, Mira Sorvino erhielt den Oscar für die Beste Nebendarstellerin, Woody Allen ging für die Regie leer aus. Doch auch hier muss ich mich fragen, was die Academy da geritten hat, als sie Sorvino den Oscar überreichte. Ja okay, die spielt das blonde Dummchen wirklich ausgezeichnet, aber doch nicht so gut, dass ich ihr den bedeutendsten Filmpreis Hollywoods überreichen müsste. Ihr ahnt es schon, ich hatte kaum Spaß mit diesem Film. Allens Figur ist anstrengend wie in den meisten seiner Filme, die Handlung zieht sich. Zugegeben, der Schluss des Films - die Erkenntnis, dass Lenny Lindas großzieht und sie seines, ohne dass sie davon wissen - hat mir gefallen. Und in die Handlung sind immer wieder Szenen aus einem antiken Theater eingeflochten, in denen Schauspieler aus der Antike ihren Senf zum Geschehen abgeben. Zugegeben, das war wirklich herrlich.

Bullets over Broadway [1994]



John Cusack spielt in "Bullets over Broadway" einen erfolglosen Drehbuchautor, der sein neuestes Werk endlich unter eigener Regie aufführen lassen möchte. Unerwartete Unterstützung erhält er von einem Mobster namens Cheech, der als Leibwächter der untalentierten Hauptdarstellerin bei jeder Probe anwesend sein muss. Cheech beginnt in Form von Hilfestellungen, Einfluss auf das Drehbuch zu nehmen. Als Cheech in dem fehlenden Talent seines Schützlings den Erfolg "seines" Werkes gefährdet sieht, beschließt er, sie auf seine Art aus dem Weg zu räumen...

Was soll ich sagen, "Bullets over Broadway" war wieder mal ein Allen-Film, der mich richtig gepackt hat. Die Hauptrollen sind mit namhaften Schauspielern besetzt (Cusack, Wiest, Broadbent), die Handlung wird aufgrund der Mischung aus Gangsterfilm und Tragikomödie nie langweilig und die Figuren sind herrlich schräg. Außerdem spielt "Bullets over Broadway" in den 1930er Jahren, wie immer eine gute Zeit für Allen, die er hervorragend auf Film zu bannen weiß.

Sonntag, 13. September 2015

Picknick mit Bären [2015]



Robert Redford spielt einen alternden Schriftsteller namens Bill Bryson, der eines Tages beschließt, den Appalachian Trail entlang zu pilgern. Da seine Frau ihm aufgrund des hohen Alters verbietet, sich alleine auf den Weg zu machen, sucht er nach einem potenziellen Weggefährten. Doch ausgerechnet ein alter Freund meldet sich, den er schon seit Jahren nicht mehr gesehen hat: Stephen Katz, gespielt von Nick Nolte, ein Alkoholiker in einer denkbar schlechten körperlichen Verfassung. Dennoch wagen die beiden die Wanderung und treffen dabei auf allerlei verschiedene Leute. 

Klar, "Picknick mit Bären" ist zwar nicht gerade langweilig, aber doch so zahm, dass man sich unweigerlich über die Notwendigkeit dieses Films auslassen muss. Bryson und Katz sind zwei grundverschiedene Charaktere (der eine impulsiv, der andere still), die zwar ihre Meinungsverschiedenheiten haben, aber nie ernsthaft aneinander geraten. Eine Nacht lang müssen sie auf einer Klippe verbringen, ohne jede Möglichkeit zur Flucht. Doch anstatt in Panik auszubrechen und ihr Schicksal zu bedauern, bewundern sie Natur und werden am nächsten Tag gerettet. Ach ja, und Nick Noltes Genuschel in der Originalfassung lässt Jeff Bridges fast vor Neid erblassen!

Das Märchen der Märchen [2015]



"Das Märchen der Märchen" basiert auf die Märchensammlung "Pentameron" des italienisches Schriftstellers Giambattista Basile und konzentriert sich auf drei dieser rund fünfzig Geschichten. Diese drei Märchen sind nur lose miteinander verbunden und erzählen dementsprechend drei voneinander unabhängige Geschichten. Wenn ich mich entscheiden müsste, würde ich mich für "Die hinterliste Hirschkuh" entscheiden. Warum? Die anderen beiden Geschichten waren entweder eklig ("Die geschundene Alte") oder unangenehm ("Der Floh"). Aber eigentlich passen diese Attribute zu alle Geschichten, aber trotzdem waren sie unterhaltsam und ließen die Zeit wie im Flug vergehen. Dass die drei Märchen nichts miteinander zu tun haben und eigentlich nur in der selben Welt spielen, stört zum Glück überhaupt nicht. Ganz besonders muss ich noch die Kostüme loben. Einige sahen aus, als wären sie direkt einem Gemälde der Renaissance entstiegen. 

Radio Days [1987]



Ich habe leider ein großes Problem mit Woodys Filmen aus den 80er Jahren: Es handelt sich zum Großteil aus Frauenfilmen, in denen Woody die Hauptrolle spielt. Leider finde ich diese alle ziemlich öde und mittelmäßig. "Radio Days" ist eine der wenigen Ausnahmen dieser Regel, da Woody mit diesem Film wieder mal in die Vergangenheit gegangen ist und seine Kindheit in den 1930er Jahren aufleben ließ. Es war eine Zeit vor dem Fernsehen, als man diese Art der Unterhaltung noch aus dem Radio bekam, als Sportübertragungen und Radioshows übertragen wurden. Von der Story habe ich mir nicht viel gemerkt, aber eigentlich ging es nur darum, dem modernen Zuschauer die Magie des Radios näher zu bringen, und das ist Woody Allen gelungen.