Freitag, 20. März 2015

Everybody's Fine [2009]



Frank Goode ist ein Rentner und lebt seit dem Tod seiner Frau alleine. Er bereitet sich auf ein Familientreffen mit seinen vier Kindern vor, doch einer nach dem anderen sagt ihm ab. Frank, der Neuigkeiten seiner Kinder nur durch seine Frau gehört hatte, fühlt sich unerwünscht und beschließt, einen Road-Trip der besonderen Art zu machen. Er besucht alle seine Kinder und muss dabei feststellen, dass seine Kinder nicht so wohlgeraten sind, wie es ihm immer erzählt wurde. 

"Everybody's Fine" ist ein kleines, harmloses Drama mit bekannten Schauspielern in den Hauptrollen. Robert de Niro gibt den in die Jahre gekommenen Vater, der die Beziehung zu seinen Kindern auffrischen möchte; drei seiner Kinder werden von Kate Beckinsale, Drew Barrymore und Sam Rockwell verkörpert. Nach und nach muss Frank feststellen, dass seine Kinder in ihrem Berufs- und Privatleben nicht ganz so erfolgreich und perfekt sind, wie Frank immer von seiner Frau vorgegaukelt wurde: Gescheiterte Karrieren, zerbrochene Beziehungen, ungewollte Schwangerschaften, Drogenmissbrauch und Knast. Das Drama ist insofern sehr berührend, weil es um einen Vater geht, der sein ganzes Leben nie wirklich die Chance hatte, sich mit seinen Kindern zu beschäftigen und dies nach dem Tod seiner Frau nachholen möchte. Und es tut wirklich weh, die teilweise peinliche Stimmung zwischen ihm und seinen Kindern mitzuerleben, da ich die Gefühle auf beiden Seiten sehr gut nachvollziehen kann. 

Am Ende bleibt der Film jedoch etwas zu belanglos, jedoch scheint Robert de Niro in dieser Rolle wieder etwas von seiner alten Stärke wiedererlangt zu haben, nachdem er jahrelang nur in dummen Komödien mitgespielt hat.

Mittwoch, 11. März 2015

Hurensohn [2004]


Der Titel des Films dient nicht nur der Provokation und für Minderjährige eine Gelegenheit, einen Film mit einem so schlimmen Schimpfwort als Titel zu sehen; nein, er beschreibt das Leben des kroatischstämmigen Wieners Ozren, dessen Mutter eine Prostituierte ist und wie er damit umgeht. 

Obwohl Ozren in den verschiedenen Stadien seines Lebens (vom Kleinkind bis zum Teenager) von Laiendarstellern (jedenfalls sieht es so aus) gespielt wird, wird dem Zuschauer erfolgreich die komplizierte Mutter-Sohn-Beziehung näher gebracht. Egal, ob Ozren als kleines Kind als Hurensohn beschimpft wird, in der Schule den Beruf seiner Mutter beschreiben muss, oder vom Zuhälter gesagt bekommt, was seine Mutter in Wirklichkeit macht, sein ganzes Leben verbringt er im Umkreis des Bordells, ohne lange zu ahnen, was da vor sich geht. Seine Mutter verlässt ihn plötzlich, um im 1. Bezirk in einer luxuriösen Wohnung Freier empfangen zu können. Der Moment, als die Mutter, einen Freier erwartend, mit Reizwäsche herauskommt und dann Ozren vor ihr steht, bricht dem Zuschauer das Herz. Aus Angst, dass er sie begehren könnte, verstößt sie ihren Sohn. 

Ich will nicht abstreiten, dass der Film mich durchaus in seinen Bann hatte und einige gute Einstellungen in petto hatte. Auch der Wiener Dialekt war eine willkommene Abwechslung; am meisten hab ich mich wohl darüber gefreut, dass auch so ein kleines Land wie Österreich so kleine Genrefilme hervorbringen kann. Leider reicht es nicht zu mehr. Die Laiendarsteller wirken zwar so authentisch wie das Leben eben sein kann, aber oft schafft zum Beispiel Ozren es nicht, seine aufgewühlten Gefühle dem Zuschauer nahe zu bringen. Vermutlich war das auch gar nicht die Intention von Michel Sturminger. Jedenfalls ein interessanter Genrefilm, den man sich ruhig anschauen kann.

Samstag, 7. März 2015

Rapunzel - Neu verföhnt [2010]


Rapunzel wurde als kleines Kind von einer alten Frau namens Gothel entführt, da ihre Haare die Kraft haben, Menschen zu heilen und zu verjüngen. Sie zieht Rapunzel als ihre eigene Tochter auf, sperrt sie in einem Turm ein und verbietet ihr, diesen zu verlassen. Trotzdem fällt Rapunzel auf, dass jedes Jahr an ihrem Geburtstag merkwürdige Sterne in der Ferne leuchten und es wird ihr erklärtes Ziel, diese zu erforschen. Eines Tages steigt der verwegene Dieb Flynn Rider durch ihr Fenster und wird dazu verdonnert, Rapunzel zu den merkwürdigen Lichtern zu führen. So erleben die beiden einige Abenteuer und müssen sich gegen unter anderem gegen Gothel behaupten. 


"Rapunzel" ist wohl einer der witzigsten Disney-Filme der letzten Jahre. Rapunzel ist gewitzt, aber auch tollpatschig und dadurch liebenswert. Ihr wird Flynn Rider zur Seite gestellt, der auf den ersten Blick den typischen Abenteurer darstellt, aber durchaus auch mehrere Facetten aufzuweisen hat. Rapunzel zeigt sich von seinen pseudo-coolen Sprüchen etwa überhaupt nicht beeindruckt und die beiden liefern sich Wortgefechte, die sehr viel Dynamik in die Handlung bringen. Auch die Handlung an sich kann mit zahlreichen Wendungen aufwarten und weiß dank seiner gelungenen Gags zu unterhalten. Doch am meisten mochte ich die Dynamik zwischen Rapunzel und Flynn Rider, etwa wenn man erfährt, dass Flynn gar nicht so cool ist wie er immer tut und eigentlich nur ein Waisenkind ist, das sich Helden aus Märchen zum Vorbild genommen hat. Und Rapunzel ist eine moderne, starke Frau, die sich sehr gut zu behaupten weiß, aber gerne die Hilfe von Flynn annimmt. 


Fazit: Für mich persönlich einer der gelungensten Animationsfilme der letzten Jahre und um einiges besser als der spätere und overhypte "Frozen".

Freitag, 20. Februar 2015

Baymax - Riesiges Robuwabohu [2014]



"Baymax" nennt sich der neueste Animationsfilm aus der Disneyschmiede und basiert lose auf Marvels Comic-Reihe "Big Hero 6". Dass Disney nun gemeinsame Sache mit Marvel zu machen scheint und den Markt nun noch mehr mit Superhelden zu überschwemmen droht, macht mir angesichts dem Ergebnis aber nur wenig aus. Denn: "Baymax" ist der beste Disneyfilm seit "Rapunzel" und hat den Oscar für den besten Animationsfilm verdient, hätte er nicht in Form von "Drachenzähmen leicht gemacht 2" und "Die Legende der Prinzessin Kaguya" zwei ernstzunehmende Konkurrenten.

Die Geschichte um den 14-jährigen Hiro und dem Gesundheitsbegleiter Baymax, die von Freunden unterstützt einen Schurken das Handwerk legen wollen, ist einfach nur knuffig und macht Spaß. Teilweise wirkt das Superheldenszenario etwas aufgesetzt, ist aber so liebevoll umgesetzt worden, dass man gerne über Marvels Einfluss hinwegsieht. Baymax ist der wohl knuffigste animierte Charakter seit... ja, seit immer eigentlich. Als Gesundheitsbegleiter achtet er sehr auf das physische und psychische Wohlergehen seines Schützlings und tut dies mit einer loyalen Naivität, die einfach nur süß ist. Weiters bietet der Film zahlreiche Gags, die schon "Rapunzel" und "Die Eiskönigin" so sehenswert gemacht haben. Ich fühlte mich von Anfang bis Ende gut unterhalten und musste auch das eine oder andere Tränchen verdrücken. Großes Lob auch an den Soundtrack, der ist hier wieder sehr gut ausgefallen.

Herz aus Stahl [2014]



"Herz aus Stahl" ist ein weiterer Film über den zweiten Weltkrieg. Der macht zwar nichts neu, weiß aber trotzdem ganz gut zu unterhalten. Brad Pitt spielt den erfahrenen Sergeant der das Kommando über einen Panzer nebst vierköpfiger Crew hat. Da vor kurzem ein Crewmitglied gestorben ist, muss Greenhorn Norman (Logan Lerman) einspringen und muss innerhalb von wenigen Tagen erwachsen werden, um angesichts dem brutalen Chaos im Deutschland 1945 nicht völlig verrückt zu werden. Und das ist es, was mich am Film einigermaßen faszinieren konnte; dass man die Schrecken des Krieges anhand von diesem unbedarften, schüchternen Jungen kennenlernt, der daran zu zerbrechen droht. 

Die restliche Crew macht es Norman nicht gerade leichter. Alle sind sie Veteranen, die der Krieg zu abgestumpften Monstern gemacht hat. Jon Bernthal spielt nochmal die selbe Rolle wie in "The Walking Dead" und lässt das Oberarschloch raushängen, Michael Peña als der Quotenmexikaner steht ihm um nichts nach. Nur Shia LaBeouf bleibt ungewöhnlich still und noch dazu erschreckend blass - schade. Brad Pitt versteht sich als Normans Mentor, indem er ihn zwar die Schrecken des Krieges zeigt indem er ihn zwingt, einen deutschen Soldaten zu erschießen. Jedoch ist er auch gut zu ihm, was Norman ihm mit Loyalität zurückzahlt. 


Was soll ich sagen, im Grunde ist "Herz aus Stahl" wie jeder andere Kriegsfilm und erfindet das Rad nicht neu. Jedoch empfand ich Logan Lerman im Gegensatz zu den meisten nicht als lästig, sondern als wichtig für die Narration und Identifikation mit den Figuren. Er ist das Tor zum Zuschauer, denn jeder von uns würde in seiner Lage genauso handeln. Aber trotzdem konnte ich mich nicht so recht mit dem Film anfreunden.